Doppelbatterie-System vs. Powerstation – Welche Lösung ist die bessere Wahl für Dein Fahrzeug?

Doppelbatterie-System vs. Powerstation – Welche Lösung ist die bessere Wahl für Dein Fahrzeug?

Wenn es um die zuverlässige Stromversorgung im Offroad-, Camper- oder Overlanding-Bereich geht, stehen viele vor der Frage: Doppelbatterie-System oder Powerstation? Wie bekomme Ich Strom ins Auto für all die Gadgets? Beide Lösungen haben ihre Berechtigung, aber aus Meiner Sicht bietet das klassische Doppelbatterie-System klare Vorteile. Warum? Lass Uns das genauer anschauen.

Doppelbatterie-System – Die fest installierte Lösung

IBS-DBS und IBS-DBM20AS in einem INEOS Grenadier

Ein Doppelbatterie-System, wie das IBS-DBS oder Redarc, wird fest ins Fahrzeug integriert und besteht aus einer zweiten Batterie, die über ein intelligentes Managementsystem gesteuert wird. Während der Fahrt wird sie von der Lichtmaschine geladen, und wenn der Motor auch aus ist, kannst Du damit Verbraucher wie Kühlboxen, Beleuchtung oder andere Geräte betreiben – ohne die Starterbatterie zu belasten.

Vorteile eines Doppelbatterie-Systems

Ein Doppelbatterie-System ist zuverlässig, da es direkt mit der Lichtmaschine verbunden ist und die Batterie automatisch geladen wird, sobald der Motor gestartet wird. Es benötigt grundsätzlich keine separate Ladeinfrastruktur, funktioniert unabhängig und überall, solange das Fahrzeug läuft. Die Lebensdauer ist lang, insbesondere bei hochwertigen AGM- oder Lithium-Zweitbatterien. Defekte Batterien lassen sich weltweit (!) schnell austauschen und zur Not mit anderen Batterien schnell ersetzen. Durch die nahtlose Integration gibt es keinen Kabelsalat oder separate Geräte. Starterbatterie leer oder defekt? Mit einem guten Doppelbatterie-System kann das Fahrzeug sogar über die Zweitbatterie gestartet werden, einfach per Knopfdruck.

Hochwertige Systeme sind Automotive-zugelassen und für SMART-Alternatoren, also auch für moderne Fahrzeuge, geeignet. Zusätzlich gibt es Erweiterungsmöglichkeiten, wie den Anschluss von Solarpaneelen, die mit dem DBS sowohl die Zweitbatterie als auch die Starterbatterie laden können. Eine Verbindung mit Landstrom ist ebenfalls möglich. Ein Doppelbatterie-System kann Seilwinden unterstützen und die beiden Batterien zur Unterstützung verbinden, per Tastendruck. Auch wenn der Motor nicht läuft, steht dann erst mal Power zur Verfügung. Insbesondere wenn man sein Fahrzeug, warum auch immer, auf die Seite gelegt hat, könnte man es prinzipiell mit der Winde wieder aufrichten. Einmal fest verbaut, muss man sich in der Regel nicht mehr darum kümmern.

Speziell bei den neuen Fahrzeugen, wo die Systeme ständig hochgefahren werden und das Scheinwerferlicht eingeschaltet wird, sobald man die Tür öffnet, ist die Starterbatterie übers Wochenende stark gefordert. Wenn man Pech hat, ist die Batterie schneller leer als man erwartet. Alle Verbraucher, inklusive Scheinwerfer und Arbeitsscheinwerfer, können über die zweite Batterie betrieben werden. Eine 12V-Steckdosenleiste versorgt sämtliche Gadgets zuverlässig mit 12V-Strom – sogar übers ganze Wochenende. Ist die Zweitbatterie doch mal leer, kann ich den Motor bei intakter Starterbatterie dennoch starten. Die ständige Suche nach Landstrom, die Sonne scheint auch nicht immer, entfällt erst einmal. Mit dem in meinem Fahrzeug verbauten System kann ich ohne Probleme, je nach Wetter, 3–4 Tage autark stehen, ohne Solar oder Landstrom. Wenn ich weiterfahre, ist meine Lithiumbatterie in 2–3 Stunden aufgeladen.

Nachteile eines Doppelbatterie-Systems

Ein fester Einbau kann nachträglich aufwendig sein und der Anschaffungspreis inklusive Einbau kann gegenüber einer Powerstation höher sein. Das System ist nicht mobil und benötigt Platz für eine zweite Batterie, die grösste Herausforderung. Die Kapazität ist begrenzt, allerdings kann sie über Solar, Landstrom oder während der Fahrt nachgeladen werden. Wenn das Fahrzeug über die Zweitbatterie gestartet oder eine Seilwinde unterstützt werden soll, sind stärkere Kabel erforderlich. Die Möglichkeit für den Anschluss von 220V Geräten erfordert einen zusätzlichen und, je nach Anforderung, leistungsstarken Inverter mit reiner Sinuskurve.

IBS-Display für Haupt- und Zweitbatterie

Powerstation – Die flexible Alternative

Powerstations wie die ECOFLOW, GoalZero oder vergleichbare Modelle sind mobile Batteriesysteme mit integriertem Wechselrichter und verschiedenen Ladeoptionen wie Steckdose, Solar oder Auto. Sie bieten eine Plug-and-Play-Lösung, die besonders für spontane Trips oder den temporären Einsatz praktisch ist.

Vorteile einer Powerstation

Eine Powerstation bietet beim Overlanding eine flexible und mobile Stromversorgung, ohne dass ein fester Einbau oder aufwendige Verkabelung erforderlich sind. Sie lässt sich einfach transportieren und kann je nach Bedarf im Fahrzeug genutzt oder an einen anderen Ort mitgenommen werden. Dies ist besonders praktisch für den Betrieb von Kühlboxen, Laptops oder Beleuchtung ausserhalb des Fahrzeugs, sei es am Strand, im Zelt oder am Campingtisch. Dank der verschiedenen Lademöglichkeiten – über eine Steckdose, ein Solarpanel oder den 12V-Anschluss im Fahrzeug – bleibt die Energieversorgung auch bei längeren Reisen gewährleistet.

Ein weiterer Vorteil ist ihre Vielseitigkeit. Sie kann mobile Kühlboxen, Beleuchtung, Laptops, Kameras, Staubsauger, Induktionskochplatten oder sogar Werkzeuge mit Energie versorgen und sorgt insbesondere in abgelegenen Gebieten dafür, dass wichtige elektronische Geräte stets einsatzbereit sind. Moderne Powerstations arbeiten zudem leise und emissionsfrei, was sie zu einer umweltfreundlichen Alternative zu herkömmlichen Benzin- oder Dieselgeneratoren machen.


Viele Powerstations bieten zusätzlich eine reine Sinuskurve bei 220 V, ein zusätzlicher Inverter entfällt, sodass empfindliche Geräte wie Kaffeemaschinen, Mikrowellen oder Staubsauger und Werkzeuge problemlos betrieben werden können.

Nachteile einer Powerstation

Die Kapazität ist, wie auch bei einem stationären Einbau, begrenzt, sobald die Batterie leer ist, benötigt sie eine Lademöglichkeit, da keine Lichtmaschine als Backup für ein schnelles Laden während der Fahrt vorhanden ist, bleibt nur der 12V-Anschluss. Einmal gekauft, kann man diese nicht ohne hohen finanziellen Aufwand gegen eine leistungsstärkere tauschen.

Das Nachladen dauert, je nach Model und Leistung, per Solarpanel oder 12V-Anschluss relativ lange. Viele Powerstations nutzen Lithium-Akkus mit begrenzter Ladezyklen-Anzahl. Je nach Nutzung und Model 3–5 Jahre. Danach lohnt es sich oft nicht, den Akku zu tauschen, was die Neuanschaffung einer kompletten Powerstation recht teuer macht. Bei langen Reisen an abgelegene Destinationen ist die Beschaffung bei einem Defekt kompliziert.

Hochwertige Modelle sind kostenintensiv und können bei grossem Strombedarf teurer sein als ein Doppelbatterie-System. Das Starten des Fahrzeugs ist in der Regel nicht möglich. Allerdings bietet ECOFLOW den Alternator-Charger an, der ähnlich wie ein DBS funktioniert. Man könnte zwar ein Ladegerät an die Powerstation anschliessen, aber dazu müsste die Powerstation noch ausreichend Kapazität haben und es dauert eine Weile, wenn man nicht gerade ein grosses Ladegerät dabeihat. Ein fester Einbau benötigt mehr kostbaren Platz im Fahrzeug als eine 100Ah Batterie, auch die Kühlung der Powerstation muss gewährleistet sein.

ECOFLOW Alternator Charger

Ein weiterer Nachteil der Powerstation ist ihr Platzbedarf und die Notwendigkeit, sie je nach Nutzung immer wieder umzustellen oder anzuschliessen. Ein fest verbautes Doppelbatterie-System nimmt nach der Installation keinen zusätzlichen Stauraum ein und muss nicht bewegt werden. Zudem ist das laden der Powerstations über 12V-Anschlüsse oft nur mit geringer Leistung möglich. Was bedeutet, dass das vollständige Laden viele Stunden oder sogar Tage dauern kann, während ein Doppelbatterie-System mit einem DC-DC-Lader deutlich schneller geladen wird.

Typische Fehler, die man vermeiden sollte

Typische Fehler beinhalten die falsche Dimensionierung der Batterie oder Powerstation, unzureichende Kabelquerschnitte vor allem bei längeren Kabel, mangelhafte Sicherung der Kabel, Überladung der Batterie durch fehlende Laderegler, unsachgemässe Installation des Wechselrichters sowie die Verwendung von minderwertigen Komponenten. Ein weiterer häufiger Fehler ist die Vernachlässigung der Belüftung, besonders bei Powerstations, die Hitze entwickeln können. Auch das Überschätzen der Kapazität und das Unterschätzen des Strombedarfs führen oft zu Problemen, insbesondere bei längeren Reisen.

Die Installation einer Lithium-Batterien im Motorraum sollte man möglichst vermeiden, Lithium-Batterien reagieren empfindlich auf Hitze. Auch eine Nutzung von Lithium-Batterien bei Temperaturen unter 0°C kann auf langen Reisen in kalten Klimazonen problematisch sein, da diese unter 0°C nicht mehr geladen werden. Hier empfehle ich entweder eine andere Batterie-Technologie oder eine Lithium-Batterie mit eingebauter Heizung. Wenn die Batterie bei kalten Temperaturen geladen werden soll, aktiviert sie zunächst die integrierte Heizfunktion. Dies kann automatisch oder durch einen externen Befehl geschehen. Die Heizfunktion nutzt einen Teil der Ladeenergie, um die Zellen der Batterie auf eine optimale Temperatur zu bringen.

Mein Fazit:

Doppelbatterie-System für echte Unabhängigkeit. Wenn Du Dein Fahrzeug regelmässig für längere Touren nutzt und eine zuverlässige Energieversorgung möchtest, ist ein Doppelbatterie-System die bessere Wahl. Es ist fest installiert, lädt sich während der Fahrt und bietet eine dauerhafte Lösung für alle Verbraucher an Bord. Ja, der Einbau kostet anfangs etwas mehr, aber langfristig lohnt sich die Investition – kein Stress mit leeren Akkus, kein umständliches Nachladen. Eine Powerstation kann trotzdem sinnvoll sein – etwa als Ergänzung für mobile Einsätze oder wenn Du nicht in den Festeinbau investieren möchtest. Aber für echte Unabhängigkeit auf Reisen führt meiner Meinung nach kein Weg am Doppelbatterie-System vorbei!